Der Wechsel

Der Wechsel (Klimakterium) ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Übergangsphase im Leben der Frau, ähnlich der Pubertät. Während der Pubertät beginnt die fruchtbare Phase der Frau, mit dem Wechsel endet diese fruchtbare Phase wieder.

Alle weiblichen Babys werden mit all den Eiern, die während Ihres Lebens gebraucht werden geboren. Wenn dieser Vorrat zur Neige geht, stellt sich der "Wechsel" mit all seinen Beschwerden ein. Mann könnte auch sagen, der Wechsel stellt sich dann ein, wenn der Vorrat an Eiern verbraucht ist.
 
Die letzte Regelblutung tritt normalerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein. Das Durchschnittsalter liegt zwischen dem 51. und 52. Lebensjahr. Die Abweichungen sind jedoch beträchtlich und reichen von unter 40 bis 60 Jahren.
 
Abgesehen von der schwächer werdenden Hormonproduktion mit den daraus resultierenden Wechselbeschwerden, können die Wechseljahre von persönlichen und familiären Veränderungen geprägt sein. Die Kinder sind bereits erwachsen und benötigen weniger Fürsorge und Betreuung oder sind bereits aus dem Haus (Empty house Syndrom) , die Partnerschaft zeigt immer öfter "Abnützungserscheinungen", das Älterwerden wird spürbar, die Sorge um den Arbeitsplatz kann zunehmen und das Gefühl "wenn ich''s jetzt nicht mach, dann schaff ich es gar nicht mehr" kann sich breit machen.
 
Die Wechseljahre sind Umbruchsjahre - hormonell, persönlich, familiär, am Arbeitsplatz, aber auch seelisch und die Gefühlswelt ändern sich.
 

Befindlichkeitsstörungen :

Antriebsarmut, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmung, Nervosität, Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Herzjagen, Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Harnverlust, Lustlosigkeit.

Hitzewallungen und Schweißausbrüche

beeinträchtigen die Lebensqualität in den Wechseljahren besonders stark. Auslöser dieser Symptome sind die Östrogene und jene Hormone ( FSH ; LH ), mit denen der Körper versucht, den Östrogenmangel auszugleichen. - Die Blutgefäße erweitern sich, die Körpertemperatur steigt an (meist nur die obere Körperhälfte-Gesicht, Nacken) wir schwitzen und die Pulsfrequenz steigt. Auf diese Hitzewallungen folgt bei manchen Frauen ein Kältegefühl, selten sogar ein Schüttelfrost.

Ein- und Durchschlafstörungen

können durch Hormonstörungen ausgelöst werden. Viele Frauen in den Wechseljahren leiden darunter. Auch nächtliche Hitzewallungen können ein Durchschlafen unmöglich machen. Wer nicht ausgeschlafen ist, ist tagsüber gereizter und Stress weniger gut gewachsen.

 

Da Östrogene regulierenden Einfluss auf das vegetative Nervensystem haben, kann es durch den veränderten Östrogenspiegel zu Herzklopfen und Herzjagen kommen. Kurzatmigkeit und Schwindel können dazukommen.

Durch entsprechende Abklärung und Therapie lassen sich all diese Beschwerden beheben, Sie fühlen sich wieder wohler und der natürliche Abbauprozess kann verlangsamt werden.

Der Wechsel ist erst in den letzten Jahren ein zunehmend größeres Thema in der Medizin, vergessen Sie bitte nicht, dass wir in den letzten 100 Jahren durchschnittlich fast doppelt so alt werden (45-->82 Jahre), das bedingt, dass Frauen fast die Hälfte in einer Geschlechtshormon freien Zeit leben müssten.

Zur Therapie des klimakterischen Syndroms stehen dem Arzt eine umfangreiche Palette von Hormonpräparaten zur Verfügung, Tabletten zum Schlucken, Pflaster zum Picken, Spritzen zum Injizieren und "Stäbchen" zum Injizieren. Weiters sollte bei Frauen mit Gebärmutter immer ein Östrogen mit einem Gestagen kombiniert werden. Die Verschreibung ist zur Zeit noch sehr dem Ermessen des Arztes überlassen, doch scheinen in neueren Studien manche Präparate bei bestimmten Befundkonstellationen deutliche Vorteile zu haben. Ich versuche für jede einzelne Patientin eine eigene Hormonersatztherapie zusammen zu stellen und den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. Dies ist manchmal sehr Zeitaufwendig und nur in Zusammenarbeit mit der Patientin möglich.

Eine Frau, die Beschwerden hat braucht sich nicht vor etwaigen Nebenwirkungen zu fürchten - zB. Brustkrebs. Unter Einhaltung der halbjährlichen Kontrollen, der notwendigen Mammographien und der Hormonkontrollen, können Überdosierungen vermieden und so das Risiko so klein wie möglich gehalten werden.