Mammakarzinom

Ca. jede 8. - 10. Frau muss damit rechnen, im Laufe ihres Lebens an einen Brustkrebs zu erkranken. Das Mammakarzinom steht damit an der Spitze der bösartigen Erkrankungen bei Frauen. Die Sterblichkeit war erstmals 1996 wieder rückläufig, die Zahl an Neuerkrankungen zeigt aber nach wie vor steigende Tendenz. Die Ursachen für diese Entwicklung sind nicht bekannt und Gegenstand heftiger Diskussionen. Es dürft sicher sein, dass mehrere Faktoren für die stete Zunahme der Brustkrebserkrankungen verantwortlich sind. Die wichtigste Ursache dürfte das Alter der Frau darstellen - mit steigendem Lebensalter steigt auch die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken.

Reduzierung des Brustkrebsrisikos durch persönliche Maßnahmen.

  • regelmäßige Bewegung (etwa 2 Stunden Sport pro Woche): Sport und körperliche Arbeit senken das individuelle Risiko bis zu 60%. Der Mechanismus ist nicht restlos erforscht.
  • nur mäßiger Alkoholgenuss : täglicher Alkoholkonsum erhöht in linearer Abhängigkeit von der Menge das Brustkrebsrisiko. Gelegentlicher Alkoholgenuss erhöht das Risiko nicht.
  • Vermeidung von Übergewicht : vor allem starke Gewichtszunahme nach der Jugend erhöht deutlich das Risiko.
  • Gebären zu "normalen" Zeiten
  • Stillen : das Stillen reduziert durch das Ausdifferenzieren der Brustdrüsen das Risiko wesentlich. Hierbei ist nicht die Anzahl der gestillten Kinder, sondern die Gesamtstillzeit entscheidend. Bei einer Stillzeit von 7 bis 13 Monaten sinkt das Risiko an einem Brustkrebs zu erkranken um 14 Prozent, bei einer Stillzeit von 13 bis 24 Monaten sinkt das Risiko um bis zu 42 Prozent.
  • Eine niedrigdosierte Hormonersatztherapie hat zumindest für 5 Jahre keinen negativen Einfluss auf das individuelle Risiko - längere Therapien erhöhen das Risiko in Abhängigkeit von der Zeit ( nach 15 jähriger Einnahme steigt das Risiko an einem Mammakarzinom zu erkranken von 45 auf 57 pro 1000 Frauen.) Das Metastasierungsrisiko sinkt dagegen um deutlich über 30 Prozent und die Überlebensrate steigt um 30 Prozent gegenüber den Frauen, die keine Hormone nahmen. Die positiven Aspekte (Herz, Hirn, Osteoporose, Dickdarmkarzinom, etc.) sind individuell Gegenzurechnen.
  • auch die kontrazeptive Pille führt nach heutigem Wissensstand zu keiner individuellen Risikoerhöhung. Hingegen führt selbst eine 6 monatige Pilleneinnahme in der Jugend zu einer deutlichen Verringerung des Risikos später an einem Eierstockkrebs zu erkranken, wobei das Risiko mit der Dauer der Pilleneinnahme sinkt, so dass nach 5 Jahren Pilleneinnahme das Risiko später an einem Eierstockkrebs zu erkranken halbiert ist.
  • Teilnahme an den Früherkennungsmaßnahmen (Brustselbstuntersuchung, Mammographie)